Als Stiepel noch selbständig war: 100 Jahre Gemeindehaus (Oktober 2010)

Die Einwohnerzahl Stiepels hatte sich vom Ende des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fast verdoppelt, von rund 3.500 im Jahr 1880 bis auf rund 6.500 Einwohner im Jahr 1908. Damit wuchs auch der Bedarf an „Verwaltung“, was die damalige Gemeindevertretung dazu veranlasste, eine neues Amts- und Gemeindehaus zu errichten. Bis zum Jahr 1910 wurden die Amtsgeschäfte der Stiepeler Gemeinde in dem heutigen Haus „Im Königsbusch 5“ getätigt, insbesondere waren dort das Standesamt und die Wohnung des Standesbeamten untergebracht.

tl_files/Stiepel/Bauwerke/Foto altes Gemeindehaus Königsbusch Ausschnitt.JPG

In diesem Haus „Im Königsbusch“ wurden bis 1910 die Amtsgeschäfte abgewickelt, Foto ca. nach 1950               Foto: W. Dickten

Im Jahr 1908 wurde der Beschluss gefasst, auf den Grundmauern der 1904 abgebrannten Schule an der heutigen Haarstraße / Ecke Kemnader Straße ein neues Gemeinde­haus zu errichten. Im März 1910 erfolgte der erste Spatenstich, im Oktober 1910 -vor 100 Jahren- wurde das Gebäude fertiggestellt. Im Erdgeschoss wurden die Büros des Gemeindevorstehers, des Standesbeamten, des Meldeamtes sowie das Trauzimmer untergebracht. Im ersten und zweiten Geschoss befanden sich Dienstwohnungen. Die erste Sitzung der Stiepeler Gemeindevertretung im neuen Gebäude fand am 18. Januar 1911 statt, die letzte im Jahr 1929 vor der Eingemeindung nach Bochum. Der letzte Gemeindevorsteher Stiepels war der vielen Älteren noch bekannte Lehrer Wilhelm Linnhof.

tl_files/Stiepel/Bauwerke/Foto neues Gemeindehaus Kemnader.JPG     

Das im Jahr 1910 errichtete „neue“ Gemeindehaus, Foto ca. nach 1950     Foto: W. Dickten

 

tl_files/Stiepel/Bauwerke/Schild (2) Gemeindeverwaltung.JPG

Das über der Eingangstür hängende Schild wurde nach 1929 abmontiert       Foto: Archiv W. Dickten

 

tl_files/Stiepel/Bauwerke/Foto Linnhof 2.JPG

Der letzte Gemeindevorsteher der Gemeinde Stiepel: Lehrer Linnhoff     Foto: Archiv W. Dickten

Die Stadt Bochum nutzt das Gebäude seit 1929 als Außenstelle für unterschiedliche Ämter. Bis in die 1970er Jahre waren dort insbesondere das Standes- und Gesundheitsamt vertreten. Heute hat das Jugendamt dort noch ein Büro, im Erdgeschoss nutzt die Freiwillige Feuerwehr einige Räume (Stand Oktober 2010).