Das neue Gehöft mit Wohnhaus, Stall und Scheune wurde vermutlich um 1900 nach einem Brand an der Ecke Brockhauser-/Nettelbeckstraße neu errichtet. Leider konnte der Hof nicht überleben, er war 1973 so weit verfallen, dass die Gebäude von der Stadt Bochum aufgekauft und abgerissen wurden (Informationen entnommen aus: „Zwischen Korn und Kohle – Geschichte der Bauernhöfe in Stiepel, hrsg. vom Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V.).

Der westliche Teil der Brockhauser Straße mit seinen alten Bauernhöfen und der landwirtschaftlich geprägten Struktur ist sicherlich der landschaftlich schönere Teil der Straße. An ihm liegen zwei historisch interessante Gebäude: mit dem Zechenhaus von „Vereinigte Pfingstblume“ eines der wenigen Relikte der Stiepeler Bergbaugeschichte (Brockhauser Straße 126) und mit der Schmiede Kamplade (Brockhauser Straße 105) das Gebäude mit einem der ältesten erhaltenen Stiepeler Handwerksbetriebe. In den Kirchenbüchern wurde bereits Georg Kamplade (1748 – 1827) als Schmied geführt.

Der östliche Teil der Brockhauser Straße, die ehemalige Dorfstraße, birgt mehrere historische Bauwerke. An erster Stelle ist selbstverständlich die Stiepeler Dorfkirche zu nennen, zusammen mit dem unter Denkmalschutz stehenden Kirchhof, d.h. dem Friedhof unmittelbar um die Kirche herum. Die letzte Beerdigung fand dort 1928 statt. Die heutige Hausnr. 65 wurde 1835 als Schulvikariehaus durch die Kirchengemeinde errichtet. Den Klassenraum in diesem Gebäude benutzte die seinerzeit gegenüber liegende Dorfschule bis 1950. Nach einem Umbau wurde das Haus ab 1951 für ein paar Jahre als Gemeindehaus genutzt.

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Ehemaliges Schulvikariehaus, heute Brockhauser Straße 65

 

Wirtschaft "Zum Altdeutschen", als sie nach 1903 noch zum gegenüberliegenden Hof Voskuhl gehörte, heute Brockhauser Straße 14

Wirtschaft „Zum Altdeutschen“, als sie nach 1903 noch zum gegenüberliegenden Hof Voskuhl gehörte, heute Brockhauser Straße 14

Der Charakter einer echten Dorfstraße war sicherlich auch geprägt durch die zahlreichen Wirtschaften und Geschäfte, von denen einige noch in Betrieb sind. Die Aufzählung der Wirtschaften beginnen wir an der Kemnader Straße, wobei die erste Wirtschaft postalisch auch dorthin gehört: Haarmann-Thiemann (Kemnader Straße 472), danach folgen an der Brockhauser Straße (heutige Hausnummer in Klammern): Puth/Wefelscheid (5, auch Schmiede), Zum Altdeutschen/Meier-Bäumer (14), Krunke (16, später Friseur Stollmann), Zur Sonne/Witthüser (42), Nattkemper (72, später Gemeindehaus), Hasenkamp/Hautkappe (74, mit Metzgerei), Zum Wilhelmstein/Bock (Gräfin-Imma-Straße 212), Witthüser (151, auch Kolonialwaren) und Hofstiepel/Stiepeler Hof (bereits abgerissen). An der Dorfstraße war auch eine der Stiepeler Poststellen, und zwar ab Mitte der 1930er Jahre bis 1965 bei Meier-Bäumer, zuletzt betrieben von Ilse Meier-Bäumer. Anschließend wechselte die Poststelle in die „Sonne“, dort bis in die 1970er Jahre betrieben von Änne Isaak. Der letzte Wechsel erfolgte in das Haus der Familie Hasenkamp, Brockhauser Straße 20. Dort führte sie Edith Hasenkamp rund 25 Jahre.

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