Stiepel

Gedenkfeier am Volkstrauertag 2019

Am Volkstrauertag wollen wir der Opfer von Krieg und Gewalt gedenken und uns erinnern, dass es unsere Verpflichtung ist, für Frieden und Versöhnung einzutreten. Dafür einzutreten ist eine Mahnung, die die Opfer, um die am Volkstrauertag getrauert wird, uns mitgeben.

Wir laden ein zur Teilnahme an der Gedenkfeier, die am

Sonntag, den 17. November 2019 (Volkstrauertag)

um 11:15 Uhr (nach dem Gottesdienst)

auf dem Evangelischen Friedhof Stiepel-Dorf stattfindet.

Gemeinsam mit dem Knappenverein Schlägel & Eisen Bochum-Stiepel-Dorf 1884 und dem Bürgerschützenverein 1854 Bochum-Stiepel e.V. werden wir im Rahmen dieser Gedenkveranstaltung am Ehrenmal einen Kranz niederlegen. Bei schlechten Witterungsbedingungen findet die Veranstaltung ggf. in der Dorfkirche statt. Die musikalische Begleitung erfolgt durch den Posaunenchor Stiepel-Dorf. Zum anschließenden Imbiss im Gemeindehaus laden wir ebenfalls herzlich ein.

Carl Diergardt (1875 – 1967)

So mancher Stiepeler dürfte in einem von ihm erbauten Haus wohnen – vielleicht ohne es zu ahnen. Mit diesem Beitrag wollen wir erinnern an den Stiepeler Bauunternehmer Carl Diergardt (1875 – 1967). Das Stammhaus der Diergardts lag an der heutigen Straße „Am Hang“, von dort stammen auch diejenigen Zweige der Familie, die mit dem Betrieb der Fähre an der Ruhr und mit dem bekannten gleichnamigen Restaurant in Hattingen verbunden sind.

Carl Diergardt, 1920er Jahre

Carl Diergardt, 1920er Jahre

Carl Diergardt begann im Alter von 14 Jahren eine Schreinerlehre und erwarb später die Qualifikation als Schreiner- und als Baumeister. Der Begriff des Baumeisters ist heute nicht mehr gebräuchlich, man kann sich darunter in etwa die Tätigkeiten der Bauplanung und -überwachung vorstellen, auch für fremde Gewerke. In einem Einwohnerverzeichnis des Jahres 1904 wird er zwar bereits als Bauunternehmer bezeichnet. Nach seiner Eheschließung mit Luise, geb. Grünendiek, wohnt er jedoch zunächst als Mieter im Hause des Wirtes Schreier an der heutigen Gräfin-Imma-Straße 49. Erst im Jahr 1908 baut er sich ein eigenes Domizil und legt dort den Grundstein für sein wachsendes Unternehmen. Die spätere Adresse lautet Hauptstraße 12 (ab 1909) bzw. Kemnader Straße 40 (nach der Eingemeindung 1929). Hinter dem Büro- und Wohnhaus errichtet er ein großes Lager- und Werkstattgebäude mit einer markanten Dachform. Dort waren untergebracht eine Schreinerei, Möbel- und Holzlager, eine allgemeine Werkstatt sowie das Lager für sämtliche Baumaterialien. Das Besondere daran: Mit einer Art „Nahwärmeheizung“ wurde das Wohnhaus von der Schreinerei aus beheizt. Im Gewerbeverzeichnis der Gemeinde Stiepel für das Jahr 1925 wird das Unternehmen bezeichnet als „Möbel & Eisenwarenhandlung, Baugeschäft“. Es ist überliefert, dass sein Unternehmen rund 20 Mitarbeiter hatte. Darüber hinaus betrieb seine Ehefrau im Wohnhaus ein eigenes Haushaltswarengeschäft.

Wohn- und Bürohaus Kemnader Straße, Vorderansicht

Wohn- und Bürohaus Kemnader Straße, Vorderansicht

Das Schicksal ereilte ihn, als beim schweren Luftangriff auf die südlichen Bochumer Stadtteile im Mai 1943 sein Haus zerstört wurde. Bis es wieder bewohnbar war, musste die Familie in einer eigens auf dem Grundstück gezimmerten Baracke leben. Zum Zeitpunkt des Bombentreffers war Carl Diergardt bereits 68 Jahre alt, sein einziger Sohn Wilhelm hat das Unternehmen danach nicht weitergeführt. Carl Diergardt lebte noch bis zu seinem Tod 1967 im wieder aufgebauten Haus an der Kemnader Straße 40. Als wohlhabender Unternehmer hatte er sich als Altersvorsorge eigentlich mehrere Mietshäuser in Wuppertal gekauft, aber diese wurden während des Krieges ebenfalls zerstört.

Das bekannteste von ihm in Stiepel erstellte Gebäude dürfte das ehemalige, 1910 fertiggestellte Gemeindehaus an der Ecke Kemnader-/Kosterstraße sein. Zahlreiche Stiepeler, aber auch Weitmarer Wohnhäuser gingen in den Jahrzehnten seines Schaffens auf sein Konto. Sein eigenes Haus an der Kemnader Straße 40 wurde ein paar Jahre nach seinem Tod abgerissen, unter anderem, weil es an dieser Stelle keinen Bürgersteig gab und die Stadt Bochum die Kemnader Straße von der Krockhausstraße in Richtung Weitmar mit Bürgersteig neu gestalten wollte. Unmittelbar nach dem Abriss (ca. 1968/69) wurden dort neue Häuser errichtet.

Neben Carl Diergardt gab es zu jener Zeit Georg Kortwig, Wilhelm Behrenbeck und Gustav Diergardt als weitere Stiepeler Bauunternehmer.

Werkstatt und Lager Kemnader Straße

Werkstatt und Lager Kemnader Straße

Plattdeutscher Abend am 18. Oktober 2019

Der Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V.  lädt am

Freitag, den 18. Oktober 2019 um 18 Uhr

ins Lutherhaus, Kemnader Straße 127 zu einem Plattdeutschen Abend ein (Einlass: 17 Uhr).

Zunächst findet, begleitet vom Posaunenchor Stiepel-Haar, ein plattdeutscher Gottesdienst statt. Daran schließt sich ein gemütliches Beisammensein „met lecker eätten, drinken un plattkürn“ an, bevor der Theaterkreis des Vereins mit dem Mundartstück: „Vandage singt dä Nachtigall“ unterhält.

Der Verein freut sich auf viele Besucher, für das leibliche Wohl wird wie immer gesorgt!

Kommt git mä alle un makt dä Kiärke vull. Büs daohen, holt git ink fräit und bliwwt git mi gesund!

Vortrag “Unter Tage … ”

Der Stiepeler Heimatverein setzt seine Vortragsreihe fort. Am

Montag, 7. Oktober 2019 um 19:00 Uhr

lautet das Thema: „Unter Tage – Bilder der Zeche Vereinigte Pfingstblume“. Referent Wilhelm Hensing zeigt Bilder der Zeche Vereinigte Pfingstblume (über und unter Tage) und erzählt aus deren Geschichte. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Apfelfest am 5. Oktober 2019

Unser Apfelfest für Große und Kleine findet statt am

Samstag, 5. Oktober 2019 von 14 bis 18 Uhr.

an der Pfingstblume, Brockhauser Straße 126. Kommt und findet heraus, was es alles rund um das Thema „Apfel“ zu entdecken gibt: Vom Cidre bis zur Apfelschorle, vom Apfelkuchen bis zu den Reibeplätzchen mit Apfelmus! Erfahrt Wissenswertes über alte Apfelsorten und genießt eine schöne Zeit in historischer Atmosphäre.

  • Annette Hoffstiepel vom BUND gibt Informationen zum Thema Apfel.
  • Interessante Buchtipps, Koch-/Backrezepte und vieles mehr …
  • Von Bauer Große Munkenbeck könnt ihr Leckeres vom Land erwerben.

Zum Altdeutschen (Meier-Bäumer, Brockhauser Straße 14)

Das Haus mit Gastwirtschaft im historischen Stiepeler Ortskern an der heutigen Brockhauser Straße 14 wurde im Jahr 1868 durch den Schiffsbauer Friedrich-Wilhelm Sondermann (1842 – 1889) und seiner Frau Lisette Alwine (1842 – 1905), geborene Kamplade errichtet. Weil der Junggesellenverein „Altdeutsch“ dort gegründet wurde, hatte sich der Name „Zum Altdeutschen“ etabliert. Nach dem Tod von Sondermann im Jahr 1889 wurde die Wirtschaft zunächst von seiner Witwe fortgeführt, und zwar solange, bis die Tochter Friederike Mathilde Sondermann (1869 – 1943) den Bäckermeister Wilhelm Diedrich Meier (1866 – 1901) aus Lütgendortmund heiratete und die Konzession für den Betrieb einer Schankwirtschaft im Juni 1899 auf ihn übertragen wurde. Die beiden hatten sieben Kinder, als Wilhelm Meier bereits im Jahr 1901 starb.

Ansicht der Brockhauser Straße 1966

Ansicht der Brockhauser Straße 1966

Die Witwe Sondermann/Meier heiratete daraufhin im Jahr 1903 in zweiter Ehe den genau gegenüber wohnenden Landwirt Georg Voskuhl. Fortan wurde die Wirtschaft unter dem Namen „Restaurant Zum Altdeutschen von Georg Voskuhl“ als Nebenerwerb weitergeführt. Das Haus blieb aber nicht im Besitz von Georg Voskuhl, vielmehr gingen das Gebäude und der Betrieb der Gastwirtschaft im Jahr 1925 auf einen Sohn aus erster Ehe, Wilhelm Meier jun. (1890 – 1958) und seine Ehefrau Hedwig, geb. Voskuhl (1891 – 1930) über. Eine Schwester von Wilhelm Meier jun., Alma Anna Meier (1887 – 1967) heiratete übrigens im Jahr 1914 Wilhelm Freese, den Schreiner und Gastwirt aus der Voßkuhlstraße.

Nach dem Tode seiner Frau Hedwig im Jahr 1930 ging Wilhelm Meier jun. 1931 eine zweite Ehe ein. Mit Adele, geb. Fernholz, betrieb er die Wirtschaft bis zu seinem Tod im Jahr 1958. Dann übernahm die Tochter Ilse Meier (1926 – 2006) gemeinsam mit ihrem Ehemann Kurt Bäumer (1928 – 2002) den Betrieb. Seitdem war der Betrieb nur unter dem Namen Meier-Bäumer geläufig. Zusätzlich zur Gastwirtschaft war bis in die 1960er Jahre im Obergeschoss ein Saal untergebracht, im Erdgeschoss war ab Mitte der 1930er Jahre eine Poststelle untergebracht, die zuletzt (bis 1965) von Ilse Bäumer geleitet wurde.

Postkarte Meier-Bäumer 1960er Jahre

Postkarte Meier-Bäumer 1960er Jahre

Nachdem die Gastwirtschaft über vier Generationen von derselben Familie betrieben wurde, wurde sie ab 1992 verpachtet. Ca. 2006/2007 wurde der Betrieb eingestellt, im Jahr 2008 erfolgte ein Umbau der Wirtschaft und der ehemaligen Poststelle zur Wohnung, ein Anbau wurde abgerissen.

Postkarte um 1940

Postkarte um 1940

Denkmalschutz in Stiepel

Wie funktioniert Denkmalschutz? Welche Denkmäler gibt es in Stiepel und wie werden sie erhalten? Wie können wir die Denkmalbehörde unterstützen? Antworten auf diese Fragen gibt eine Informationsveranstaltung des Stiepeler Vereins für Heimatforschung und der FDP-Fraktion in der Bezirksvertretung Süd. Zu dieser Veranstaltung ist neben allen interessierten Bürgern insbesondere Dagmar Stallmann eingeladen, Leiterin der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bochum. Die Veranstaltung findet statt am

Donnerstag, 19. September 2019, 19:00 Uhr

in der Pfingstblume, Brockhauser Straße 126, Bochum-Stiepel.

Emil Becker (1903 – 1978)

Emil Becker erblickte am 24. Dezember 1903 das Licht der Welt und wuchs als Sohn eines Bergmannes auf einem klei­nen Kotten an der heutigen Haarholzerstraße auf. Er besuchte mit der Schrick­schule eine der sechs Stiepeler Volksschulen und erlebte als Schüler die Auswirkungen und das Ende des 1. Weltkrieges und damit das Ende des Kaiserreiches.

Emil Becker 1950er Jahre

Emil Becker 1950er Jahre

Während die Weltwirtschaftskrise ihrem Höhepunkt zustrebte, begann er eine Lehre als Schmied auf der in der Nachbarschaft gelegenen und gerade neu aufgelassenen Zeche Klosterbusch und legte damit wohl den Grund­stock für seine künstlerische Arbeit, die in den 1950er und 1960er Jahren ihren Höhepunkt fand. Bis zum Jahre 1928 blieb er, nachdem er 1927 ein Stiepeler Mädchen, Maria Lina Althaus, geheiratet hatte, seiner Lehrstätte noch verbunden, um dann beruflich auf die andere Ruhrseite zu wechseln. Die Anstellung als Schmied beim Bergbauzulieferer Paul Pleiger im Hammertal erlaubte es ihm, nebenberuflich seinen künstle­rischen Neigungen und Fertigkeiten mit dem Besuch der bereits seit 1911 bestehenden „Staatlich genehmigte Handwerker- und Kunstgewerbeschule“ in Essen, die später zur „Folkwangschule für Gestaltung“ wurde und mittlerweile ein Teil der Folkwang Universität der Künste ist, den Feinschliff zu geben.

Meisterstück

Meisterstück

Der Kriegsdienst blieb ihm aufgrund seiner Arbeit in einem kriegswichtigen Betrieb erspart. Mit dem Anbau einer kleinen Schmiedewerkstatt am elterlichen Kotten erfüllte er sich nach dem 2. Weltkrieg den Wunsch nach einer geeigneten Räumlichkeit, in der in den Folgejahren unzählige Kupfertreibarbeiten mit örtlichen Motiven wie Windmühle, Kirche oder Jagdmotiven sowie andere Kunst­schmiedearbeiten entstanden, die sich heute noch in und an vielen Stiepeler Häusern finden. Zum Höhepunkt seines Schaffens gehört wohl die 1966 erstellte Kupferabdeckung auf dem alten gotischen Taufstein in der Stiepeler Dorfkirche. Emil Becker, der mit einer hohen Identifikation zu seinem Geburtsort seinen Weg vom Zechenschmied zum Kunst­schmied, vom Handwerker zum Künstler machte, starb am 2. Dezember 1978.

Taufsteinabdeckung Stiepeler Dorfkirche (1966)

Taufsteinabdeckung Stiepeler Dorfkirche (1966)

Stadtteilwanderung “Rund um Frische”

Die Veranstaltungsreihe „Stiepel damals und heute“ findet eine Fortsetzung. Der Verein Pro Stiepel e.V. gemeinsam mit dem Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V. bieten für Interessierte erneut einen Rundgang mit historischem Hintergrund an. Termin ist

Samstag, 31. August 2019, von 15 bis 17 Uhr.

Geplant ist ein Rundgang ausgehend von den Geschäften an der Kemnader Straße vorbei am ehemaligen Haus Frische, über die Haarholzer Straße, unter anderem vorbei an der Schrickschule / Windmühle / Am Gebrannten usw. Treffpunkt ist an der Kemnader Straße 327 (Möbel Rumberg), die Teilnahme ist kostenlos.

Die Stiepeler Heimatforscher Andreas Finke und Wilhelm Hensing werden kompetente Begleiter sein und möchten bei diesem Rundgang erneut ihr Wissen mit allen Interessierten teilen.

Flyer zur Stadtteilwanderung 2019

Flyer zur Stadtteilwanderung 2019

Ausstellung Emil Becker

Wir eröffnen die Ausstellungsreihe „Vergessene / Verstorbene Künstler aus Stiepel“ am Sonntag, 21. Juli 2019 im Pfingstblümchen. Die Reihe startet mit Emil Becker (1903 – 1978) und seinem „Leben zwischen Handwerk und Kunst“. Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen des Pfingstblume-Cafés um 15 Uhr statt. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 8. September jeweils zu den Café-Öffnungszeiten.

Ausstellung Emil Becker

Ausstellung Emil Becker

Emil Becker, aufgewachsen in der Bauerschaft Haar, verbrachte seine Lehrzeit als Zechenschmied auf der Zeche Klosterbusch. Er erhielt eine Anstellung als Schmied bei Pleiger im Hammertal und kümmerte sich zwischendurch um die Weiterbildung an der Handwerker- und Kunstgewerbe-Schule, heute die Folkwangschule in Essen. Emil Becker arbeitete als Kunstschmied mit Metall und Kupfer, bekannt wurde er mit seinen historischen und jagdthematischen Kupfermotiven. Ein Höhepunkt seiner Kupfer-Treibarbeiten stellt die Abdeckung des gotischen Taufsteins in der Stiepeler Dorfkirche dar.

Ausstellung Emil Becker

Ausstellung Emil Becker