Der Neubau des „Pfingstblümchens“ wurde nun mit Hilfe zahlreicher helfender Hände und in Stiepel ansässiger Fachfirmen fertiggestellt. Somit konnte am 1. September neben der Gedenkfeier zum Ende des Bergbaus auch die feierliche Einweihung stattfinden, nachdem drei Tage zuvor die Bauabnahme erfolgt war. Vielen Dank an alle, die dieses möglich gemacht haben. [Weiterlesen…] ÜberSpendenaufruf für das Pfingstblümchen
Zum Lindenhof (Krockhaus/Saterdag, Kemnader Straße 76)
Die Geschichte der Wirtschaft „Zum Lindenhof“ an der Kemnader Straße begann mit Heinrich Kleine-Krockhaus (*1881). Im Hauptberuf war er Bergmann, so wie die meisten Stiepeler Männer zu jener Zeit. Bereits im Alter von 15 Jahren fing er auf der damaligen Zeche Glückswinkelburg (gelegen am heutigen Libellenweg) an, erst im Alter von 62 Jahren kehrte er auf der Zeche Julius Philipp in Wiemelhausen dem Bergbau den Rücken. Neben dieser Beschäftigung startete er, angetrieben durch seine Leidenschaft für Pferde, einen Nebenerwerb als Fuhrmann. Wie sollte es anders sein, mit seinem Fuhrbetrieb fuhr er natürlich Kohlen aus. Zur Eröffnung einer Gastwirtschaft, dem dritten beruflichen Standbein von Heinrich Kleine-Krockhaus, kam es im Jahr 1921.

“Zum Lindenhof” noch mit Gemüsegarten und der einspurig geführten Straßenbahn in den 1920er Jahren.
Das heutige Haus wurde, wie wir alten Steuerakten entnehmen können, in den Jahren 1901/1902 neu errichtet. Es gab aber bereits deutlich früher an dieser Stelle ein Haus „Kleine-Krockhaus“. Davon zeugt zum Beispiel die Hofkarte des Hofes Krockhaus aus dem Jahr 1884. Wie sich der familiäre Übergang von „Krockhaus“ zu „Kleine-Krockhaus“ ergeben hat, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen. In den Steuerakten des Hauses ist notiert, dass es „im Jahr 1904 durch Erbschaft auf den Sohn [= Heinrich Kleine-Krockhaus] übergegangen“ ist. Dessen Sohn Erwin Kleine-Krockhaus (*1912) wiederum übernahm die Gastwirtschaft im Jahr 1955, betrieb aber bereits ab 1934 im selben Haus eine Metzgerei, und zwar im Ladenlokal links der Eingangstür. Um dies zu ermöglichen, wurde das Haus 1934 entsprechend umgebaut und erweitert. Erwin führte Metzgerei und Gastwirtschaft bis 1965 parallel, dann wurde die Metzgerei verpachtet. Fortan konzentrierte er sich auf den Betrieb der Gastwirtschaft.

Metzgerei und Gaststätte von Erwin Kleine-Krockhaus, 1960er Jahre.
Dessen Tochter Gerda (*1938), verheiratet mit Heinz Saterdag (*1936), übernahm die Gastwirtschaft offiziell im Jahr 1972, sie war aber quasi von Geburt an im Betrieb aktiv. Nach ihrer Hochzeit im Jahr 1957 stand auch ihr Ehemann „nach Feierabend“ hinter der Theke. Denn Heinz Saterdag war hauptberuflich zunächst bei Eickhoff beschäftigt, später bei Opel.
Mittlerweile wird die Gastwirtschaft in der vierten Generation betrieben, die Urenkelin von Heinrich Kleine-Krockhaus, Ute Hahn, geborene Saterdag (*1957) ist seit 1997 aktiv dabei. Somit ist der Lindenhof eine der wenigen Stiepeler Gastwirtschaften, die seit der Gründung vor fast 100 Jahren ununterbrochen von ein und derselben (Stiepeler) Familie betrieben wird. Neben dem bereits erwähnten Umbau 1934 wurde im Jahr 1928 ein kleiner Saal angebaut, 1960 dann ein großer Saal, mit entsprechender Erweiterung der Konzession. Rund zehn Vereine nutzen die Gastwirtschaft heute als Stammlokal, der größte davon ist Rot-Weiß Stiepel 04.

“Zum Lindenhof” nach dem 2. Weltkrieg.
Stadtteil-Wanderung „Auf alten Kohlepfaden“
Die Veranstaltungsreihe „Stiepel damals und heute“ findet eine Fortsetzung. Die beiden Vereine Pro Stiepel e.V. und der Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V. bieten für Interessierte den mittlerweile dritten Rundgang mit historischem Hintergrund an. Termin ist
Samstag, 15. September, von 15 bis ca. 17 Uhr.
Geplant ist eine Wanderung zwischen Bliestollen und Pfingstblume,
[Weiterlesen…] ÜberStadtteil-Wanderung „Auf alten Kohlepfaden“
Apfelfest am 6. Oktober 2018
Unser Apfelfest für Große und Kleine findet statt am Samstag, 6. Oktober 2018 von 14 bis 18 Uhr. Kommt und findet heraus, was es alles rund um das Thema “Apfel” zu entdecken gibt: Vom Cidre bis zur Apfelschorle, vom Apfelkuchen bis zu den Reibeplätzchen mit Apfelmus! Erfahrt Wissenswertes über alte Apfelsorten und genießt eine schöne Zeit in historischer Atmosphäre. [Weiterlesen…] ÜberApfelfest am 6. Oktober 2018
Plattdeutscher Abend am 19. Oktober 2018
Der Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V. lädt am Freitag, den 19. Oktober 2018 um 18 Uhr ins Lutherhaus, Kemnader Straße 127 zu einem Plattdeutschen Abend ein (Einlass: 17 Uhr). [Weiterlesen…] ÜberPlattdeutscher Abend am 19. Oktober 2018
Abschied von der Kohle / Einweihung Pfingstblümchen am 1. September
Der Stiepeler Heimatverein gedenkt gemeinsam mit dem Knappenverein Schlägel & Eisen einer Ära, die unsere Region und ihre Bewohner über Jahrhunderte geprägt hat und feiert gleichzeitig die Erinnerungskultur. Die Vereine laden ein zur Gedenkfeier am
Samstag, 1. September 2018, ab 11:30 Uhr
an der Pfingstblume in Bochum-Stiepel, Brockhauser Straße 126. [Weiterlesen…] ÜberAbschied von der Kohle / Einweihung Pfingstblümchen am 1. September
Hüggenberg (Hevener Straße, Querenburg)
Schauen wir ein paar Meter über die Stadtteilgrenze, die das Lottental bildet, in Richtung Querenburg, und bleiben nur „gefühlt“ in Stiepel. Genauso wie die Straße „Im Lottental“ auf Querenburger Gebiet verläuft und auch die ehemalige Zeche Klosterbusch (nur wegen ein paar Metern) eine Querenburger Zeche war, so war Haus Hüggenberg keine Stiepeler Gastwirtschaft. Das macht aber nichts, für viele Stiepeler gehörte sie einfach dazu.
Die Geschichte des Hauses beginnt mit dem Kauf des Grundstücks im Jahr 1890 und der Errichtung eines Wohnhauses 1891 durch Heinrich Hüggenberg senior. Der Betrieb einer Gastwirtschaft war zunächst nicht geplant. Erst im Jahr 1916 erhält Heinrich Hüggenberg junior (*1881) die Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Getränke. Dies geschah nur als Nebenerwerb, Zielgruppe waren seinerzeit die zahlreichen Wochenendausflügler, hauptberuflich war Heinrich Hüggenberg junior Bergmann auf der Zeche Klosterbusch. Um uns ein Bild von den damaligen Gegebenheiten zu machen, können wir aus einem Protokoll der Stiepeler Gemeindevertretung des Jahres 1913 zitieren, als man auf Vorschlag der ebenfalls noch selbständigen Landgemeinde Querenburg gemeinsam über den Ausbau des Weges durch das Lottental debattierte. Dort heißt es: „ … er wird außerordentlich stark begangen von Bewohnern der Stadt Bochum, da er fern von Rauch und Staub romantisch gelegen ist.“ Einen chausseemäßigen Ausbau wollte man aber nicht, „ … da die Gefahr besteht, daß damit der Reiz des Tales beträchtlich einbüßt.“

Postkarte 1930: Die Gastwirtschaft “Zum Lottental Ausgang” von Heinrich Hüggenberg, oben Zeche Klosterbusch
Im Jahr 1927 erhält Heinrich Hüggenberg zusätzlich die Erlaubnis zum Bierausschank, im Jahr 1929 dann die Vollkonzession als Gastwirtschaft, dies allerdings erst nach einem fast einjährigen Rechtsstreit. Während die Gemeinde Querenburg den Antrag aus April 1928 mit Blick auf den starken Ausflugsverkehr befürwortete, legte die Polizeibehörde ihr Veto ein. Erst im März 1929 gab der Kreisausschuss des Landkreises Bochum den positiven Bescheid. Neben den Wochenendausflüglern, die in der Begründung als „wandernde Menschenmassen“ bezeichnet wurden, waren die rund 1.100 (!) Bergleute der nahe gelegenen Zeche Klosterbusch mit entscheidend, den Bedarf für eine vollwertige Gastwirtschaft anzuerkennen. Darüber hinaus wird eine weitere Zunahme des Verkehrs unterstellt, da der damalige Ruhrverband „ … in unmittelbarer Nähe der Besitzung des Klägers einen Stausee anlegen will“. Der heutige Kemnader See war also zu jener Zeit bereits in Planung, auch im ersten (Gesamt-)Bochumer Stadtplan des Jahres 1929 ist er bereits eingezeichnet.
Die Wirtschaft wurde ab 1927 zunächst in einem als Holzbauwerk errichteten Saal neben dem Wohnhaus betrieben. Im Jahr 1933 wurde das Wohnhaus um einen Anbau erweitert und die Gastwirtschaft aus dem „Holzsaal“ in das Wohnhaus verlegt. Der Außenbereich wurde weiter als Gartenwirtschaft und Tanzfläche genutzt, auch um zum Beispiel an Pfingsten Blasmusik-Konzerte abzuhalten. Nach dem 2. Weltkrieg wurden dann regelmäßig sogenannte Italienische Nächte mit Tanzmusik veranstaltet. Auch hat die katholische Gemeinde Querenburg die Räumlichkeiten nach dem Krieg für Gottesdienste genutzt.

Postkarte 1938: links der “Holzsaal”, rechts das Wohnhaus mit der neuen Gastwirtschaft
Die Wirtschaft wurde in den ersten Jahren übrigens „Lottental Ausgang“ genannt. Damit war das Ende, d.h. der „Ausgang“ des Lottentals gemeint. Im Jahr 1940 ist Heinrich Hüggenberg junior verstorben, seine Witwe Emilie, geborene Berner, führte die Gastwirtschaft bis 1954 weiter. Danach ging der Besitz auf den Sohn Wilhelm Hüggenberg (*1905) über, welcher die Wirtschaft bis 1966 weiterführte. Wilhelm Hüggenberg hatte noch eine weitere gastronomische Beschäftigung: Parallel zur Gastwirtschaft betrieb er in den Jahren 1929 bis 1961 eine kleine Trinkhalle unmittelbar vor sowie die Kantine innerhalb der Zeche Klosterbusch. Zunächst als „Holzbude“ konstruiert, wurde die Trinkhalle im Jahr 1939 als massiv gemauertes Häuschen neu errichtet. Mit der Stilllegung der Zeche Klosterbusch im August 1961 endeten diese beiden Teile des gastronomischen Gewerbes. Haus Hüggenberg wurde als Ausflugslokal weiterbetrieben, ab 1966 hat in dritter Generation die Tochter Margarete (*1932) gemeinsam mit ihrem Ehemann Karl-Heinz Ruschinski (*1932) die Wirtschaft bis 1990 betrieben. In all den Jahren gab es mehrere Erweiterungen der Gasträume (1962) und Saals (1978). Nach 1990 wurde die Wirtschaft von unterschiedlichen Pächtern betrieben, bis das Gebäude schließlich im Jahr 2007 an den heutigen Betreiber (See Nami) verkauft wurde.

Skizze zum Erweiterungsantrag 1927 mit Wirtschaft, Gartenanlage, Wohnhaus
Dr. Rainer Dickhut ist verstorben
Wir trauern um ein Mitglied und einen treuen Freund des Stiepeler Vereins für Heimatforschung e.V. sowie Vorsitzenden des befreundeten Knappenvereins Schlägel & Eisen Stiepel Dorf 1884.
Er wird uns fehlen.
Mit traurigem Glückauf.

Dr. Rainer Dickhut
Gewerbe- und Handwerksbetriebe
Dass Stiepel “früher” durch Landwirtschaft, Bergbau und die Henrichshütte in Hattingen geprägt war und viele Stiepeler dort ihren Lebensunterhalt verdienten, ist bekannt. Doch welche Gewerbe- und Handwerksbetriebe waren ansässig? Wir versuchen, diese nach und nach darzustellen. Dazu sind wir auf Deine Unterstützung angewiesen! Wir würden uns freuen, wenn Du uns Fotos, Dokumente oder andere Dinge rund um Gewerbebetriebe in Deinem Umfeld zur Verfügung stellst. [Weiterlesen…] ÜberGewerbe- und Handwerksbetriebe
Luftangriff Mai 1943
Im Mai 1943 erlebten Stiepel und andere Stadtteile des Bochumer Südens den für sie schwersten Luftangriff des 2. Weltkriegs. Er war Teil der fünf Monate währenden britischen Luftoffensive, bei der praktisch sämtliche Großstädte an Rhein und Ruhr bombardiert wurden. Was für die Bochumer Innenstadt -gemessen an den Treffern und Zerstörungen- der 4. November 1944 darstellt, ist für Stiepel die Nacht vom 13. auf den 14. Mai 1943. [Weiterlesen…] ÜberLuftangriff Mai 1943