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Stiepeler Verein für Heimatforschung e.V.

Der Stiepeler Verein für Heimatforschung in Bochum beschäftigt sich mit der plattdeuschen Sprache, mit der Geschichte von Stiepel, Personen & Straßen.

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Andreas

Pfingstblume-Café am 11. und 18. September

6. September 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Der Stiepeler Heimatverein feiert am Sonntag, 11. September, den “Tag des offenen Denkmals”. An diesem Tag werden die Lanz-Treckerfreunde die Pfingstblume besuchen und sich ab 11 Uhr mit etwa 35 historischen Traktoren nach und nach an der Brockhauser Straße 126 einfinden. Die Oldtimer werden auf der Wiese entlang der Brockhauser Straße aufgestellt und können in der Zeit von 12 bis 15 Uhr besichtigt werden. Das Pfingstblume-Café wird wie üblich bis 17 Uhr geöffnet sein.

Am folgenden Sonntag, 18. September, öffnet das Pfingstblume-Café ab 15 Uhr zum letzten Mal in dieser Saison. Aus diesem Grund wird Axel Zebeck mit seiner Band den Nachmittag bis 17 Uhr noch einmal musikalisch begleiten.

Kategorie: News Stichworte: Denkmal, Pfingstblume, Stiepel, Zebeck

Stadtteil-Wanderung am 13. August

10. August 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Die Veranstaltungsreihe „Stiepel damals und heute“ findet eine Fortsetzung. Der Verein Pro Stiepel e.V. gemeinsam mit dem Stiepeler Heimatverein bieten für Interessierte einen Rundgang “Rund um Krockhaus” mit historischem Hintergrund an. Der Termin ist Samstag, 13. August, von 15 bis 17 Uhr. Geplant ist ein Rundgang ausgehend von der ehemaligen Krockhaus-Villa mit etlichen Stationen, die die Geschichte Stiepels aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Haus Krockhausstraße 7 in Bochum-Stiepel, die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Stiepeler Heimatforscher Andreas Finke und Wilhelm Hensing werden kompetente Begleiter sein und möchten bei diesem Rundgang erneut ihr Wissen mit allen Interessierten teilen.

Kategorie: News Stichworte: Krockhaus, krockhaussstraße, Stiepel, Wanderung

Vortrag “Stiepeler Nachtleben” – Wiederholung am 8. August 2022

4. Juli 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Andreas Jagenburg ist als Naturschützer regelmäßig für Flora und Fauna im Bochumer Süden unterwegs. Die Wälder in Stiepel sind bestückt mit seinen Wildkameras, die Anzahl der damit aufgenommenen Tiere ist beachtlich. In seinem Vortrag “Stiepeler Nachtleben – Wildtiere vor der Kamera” wird er uns spannende Szenen aus dem Stiepeler (Wildtier-)Nachtleben vorführen und erläutern. Unter den „eingefangenen“ Tieren sind einige Arten, mit denen Sie wahrscheinlich nicht rechnen werden. Lassen Sie sich überraschen von dem, was nachts (aber auch tagsüber) durch Wald und Flur in Stiepel unterwegs ist!

Wegen des großen Andrangs am 1. August wiederholen wir den Vortrag am kommenden Montag! Der Vortrag findet statt in den Räumen des Stiepeler Heimatvereins an der Brockhauser Straße 126, 44797 Bochum.

Termin: Montag, 8. August 2022, 19:00 Uhr

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kategorie: News Stichworte: Jagenburg, Nachtleben, Stiepel, Wildkamera, Wildtiere

Tag der Bochumer Geschichte 25.06.2022

24. Juni 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Information, Vorträge, Flohmarkt und Sommertreff

Samstag, 25. Juni 2022, 14 – 18 Uhr

Nachdem im Jahr 2018 ein erstes Treffen der Bochumer und Wattenscheider Geschichtsinteressierten stattgefunden hat und das geplante zweite Treffen coronabedingt in den beiden letzten Sommern verschoben werden musste, laden die Kortum-Gesellschaft Bochum und der Stiepeler Heimatverein nun zum zweiten „Tag der Bochumer Geschichte“ ein.

Teilnehmen können Geschichtsvereine mit profunden Kenntnissen ebenso wie Bürger und Bürgerinnen, die sich erstmals informieren wollen. Das Treffen findet statt in unserem denkmalgeschützten Betriebsgebäude der ehemaligen Kleinzeche „Vereinigte Pfingstblume“ an der Brockhauser Straße 126 in Stiepel. Die Veranstaltung findet im Freien vor dem Betriebsgebäude statt. Bei schlechtem Wetter besteht die Möglichkeit, sich innerhalb des Gebäudes zu präsentieren und auszutauschen. Darüber hinaus wird ein auf dem Vereinsgelände liegendes separates Gebäude für Vorträge und Ausstellungen genutzt. Es findet auch ein Flohmarkt statt. Gruppen können sich ab 14:00 Uhr mit einem eigenen Stand vorstellen. Es besteht die Gelegenheit, Bücher zur Bochumer Geschichte oder andere Bochumer Erinnerungsstücke anzubieten und zu kaufen. Der Stiepeler Heimatverein bietet außerdem Verpflegung und Getränke an. Vorträge und Diskussionen werden ab 15:00 Uhr die Situation der Geschichts- und Denkmalkultur in Bochum beleuchten und hinterfragen. Der Stiepeler Heimatverein wird in zwei kurzen Vorträgen den „Denkmalschutz vor Ort“ und die „Plattdeutsche Sprache“ beleuchten. Auch die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitwirkung an der städtischen Geschichtskultur werden thematisiert.

Parallel dazu kann die Ausstellung über den Bochumer Architekten und Künstler Karl-Friedrich Gehse besucht werden.

Kategorie: News

Eröffnung der Ausstellung “Karl-Friedrich Gehse”

29. Mai 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Der Stiepeler Heimatverein setzt seine Ausstellungsreihe „Vergessene / Verstorbene Künstler aus Stiepel“ ab Sonntag, 12. Juni 2022 im Pfingstblümchen an der Brockhauser Straße 126 fort. Vorgestellt werden Leben und Werk des Architekten, Stadtplaners und Künstlers Karl-Friedrich Gehse (1938 – 2017), der lange Zeit Büro und Lebensmittelpunkt in Stiepel hatte. Der Schwerpunkt der Ausstellung wird auf seinem künstlerischen Schaffen liegen.

1938 in Witten geboren, war für ihn früh klar, dass er Maler werden will, er studierte jedoch zunächst Architektur in Essen und Stuttgart. 1968 zog es Gehse zurück ins Ruhrgebiet, zunächst nach Dortmund. Im Jahr 1978 verlegte er sein Architekturbüro nach Stiepel, Zeit zum Malen fand er jedoch nur während seiner Reisen, daher gehören zu seinem Fundus zahlreiche Reiseskizzen aus dem Süden Europas. Als eine schwere Krankheit ihn zur Aufgabe seines Architekturbüros zwang, widmete er sich komplett der Malerei, ein neuer Schwerpunkt war unter anderem die Anfertigung von Portraits von den Menschen, denen er begegnete. Am liebsten saß er aber mit seinem Zeichenstift in der Natur.

Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen des Pfingstblume-Cafés am 12. Juni 2022 um 15 Uhr statt. Zu sehen ist die Ausstellung voraussichtlich bis Anfang Juli jeweils zu den Café-Öffnungszeiten, auf Anfrage auch zu gesonderten Terminen

Kategorie: News

Einladung zum Plattdeutschen Sonntag

24. April 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Wir haben die Corona-Pause genutzt, um mit verändertem Konzept einen Plattdeutschen (Sonn-)Tag für Jung und Alt zu gestalten! Am 15. Mai 2022 wollen wir, beginnend ab 12:00 Uhr, an der Pfingstblume (Brockhauser Straße 126, Bochum-Stiepel) mit und für euch fleißig Platt sprechen. Den Anfang macht unsere Pfarrerin Christine Böhrer, im Plattdeutschen Quiz könnt ihr eure Kenntnisse beweisen und in der Mitmach-Schulstunde sollen auf unterhaltsame Weise erste Worte auf Stiepeler Platt vermittelt werden. Bei ausreichendem Interesse ist die Neuauflage eines späteren Anfängerkurses nicht ausgeschlossen. Das Programm richtet sich ausdrücklich auch an junge Menschen und Familien mit Interesse an der gesprochenen Sprache ihrer Großeltern-Generation. In den Programmpausen spielt Axel Zebeck und Band sowohl Plattdeutsche Lieder als auch bekannte Rock-Klassiker. Für Speis und Trank wird ab mittags gesorgt (unter anderem mit der Erbsensuppe der Freiwilligen Feuerwehr), nachmittags findet wie gewohnt das sonntägliche Pfingstblume-Café statt.

Programm mit ca.-Uhrzeiten:

12:00 Andacht (Pfarrerin Christine Böhrer)

12:30 Plattdeutsche Sketche (1)

[13:00 Erbsensuppe der Stiepeler Freiwilligen Feuerwehr]

13:45 Anfängerkurs / Mitmach-Schulstunde

14:00 Plattdeutsche Sketche (2)

15:15 Axel Zebeck und Band / Kaffee

16:15 Axel Zebeck und Band

zwischendurch: Plattdeutsch-Quiz

Kategorie: News Stichworte: Plattdeutsch, Stiepel

Zur Oven-Krockhaus (Kemnader Straße 112)

12. April 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Als sich der vom Hof Krockhaus (an der gleichnamigen Straße) stammende Wilhelm zur Oven-Krockhaus (*1840) im Jahr 1873 entschloss, eine Wirtschaft an der heutigen Kemnader Straße 112 zu gründen, geschah dies in einer ereignisreichen Zeit. Nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich 1871 und der Gründung des Deutschen Reichs kam es zunächst zu einem regelrechten wirtschaftlichen Aufschwung, dem aber bald wieder Krisen folgten. Als weiterer Aspekt hatte das zu jener Zeit unter Beteiligung der damaligen Landgemeinde Stiepel startende Landkreis-übergreifende „Project eines Chausseebaus von Steinenhaus über Stiepel und Wiemelhausen nach Bochum“, der Ausbau der heutigen Kemnader Straße als überörtliche Hauptstraße, im Jahr 1872 gerade erst begonnen. Die Straße war bis dahin nur ein unbefestigter Verbindungsweg von Haus Kemnade in Richtung Weitmar. Sich zu jener Zeit also an dieser Stelle niederzulassen war Risiko und Chance zugleich. Fertiggestellt wurde die neue Chaussee erst im Jahr 1892.

Gastwirtschaft von Wilhelm zur Oven-Krockhaus
Gastwirtschaft von Wilhelm zur Oven-Krockhaus

Als Beruf lässt sich für Wilhelm zur Oven-Krockhaus nur der des Wirts nachweisen, was für jene Zeit eher unüblich wäre. Die meisten Gastwirte hatten seinerzeit einen handwerklichen Beruf und betrieben das Wirtschafts-Gewerbe nur nebenbei. Nach Übernahme des Hauses und der Gastwirtschafts-Konzession im Jahr 1897 durch den Sohn ändert sich das: Wilhelm zur Oven-Krockhaus junior (*1865) ist Bäckermeister und Wirt. Der Enkel Paul zur Oven-Krockhaus (*1903) betreibt die Gastwirtschaft nur nebenbei, nach der Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg arbeitet er auf der Hattinger Henrichshütte. Das Haus hat um 1900 im Erdgeschoss neben dem Gastwirtschaftsraum ein Ladenlokal, ein Backhaus-Anbau sowie einen Stall-Anbau in der Größe von 14 x 8 Meter, laut Steuerliste für „1 Pferd, 1 Kuh und 8 Schweine“. Im Jahr 1930 wird der Stall umgebaut in weitere Gesellschaftszimmer, im Jahr 1938 wird auf den Schuppen verzichtet, der bis dahin Pferd und Wagen beherbergte, und in eine Kraftwagen-Garage umgebaut. Dieser Umbau ist -wie bei anderen Handwerkern zu jener Zeit auch- als Indiz zu werten, dass das Geschäft florierte und eine Möglichkeit gesucht wurde, das gebackene Brot im weiteren Umfeld zum Verkauf zu transportieren.

Skizze zur Konzession 1897 Foto: Stadtarchiv Bochum
Skizze zur Konzession 1897. Quelle: Stadtarchiv Bochum

Die Gastwirtschaft an der Kemnader Straße wurde durch Familie zur Oven-Krockhaus der Überlieferung nach bis Ende der 1950er Jahre betrieben. Von dort stammen übrigens auch die Betreiber der gleichnamigen ehemaligen Bochumer Fahrschule. Im Jahr 1978 wurde das Haus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Luftaufnahme stammt aus dem Jahr 1963. Denn da fuhr zum einem bis zur Stilllegung der Strecke im November 1963 noch die zu erkennende Straßenbahn der Linie 5/15. Zum anderen begannen im Jahr 1963 die auf dem Foto ebenfalls sichtbaren Bauarbeiten des Kindergartens „Im Haarmannsbusch“.

Luftbild 1963: Das Haus zur Oven-Krockhaus ist rot eingekreist. Foto: Bildarchiv Stadt Bochum
Luftbild 1963: Das Haus zur Oven-Krockhaus ist rot eingekreist. Quelle: Bildarchiv Stadt Bochum

Kategorie: Gastwirtschaften Stichworte: Gastwirtschaft, Kemnader Straße, Krockhaus, Stiepel, Straßenbahn, zur Oven

Einladung zum Osterfeuer

5. April 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Zum traditionellen Osterfeuer laden wir Mitglieder, Freunde und Interessierte am Samstag, den 16. April 2022 ein. Das Feuer wird entzündet um 18:00 Uhr, vorher bieten wir zur Verpflegung Würstchen vom Grill, Osterspezialitäten vom Büffet und passende Getränke an. Für unsere kleinen Gäste halten wir eine Überraschung bereit.

Wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend mit euch an der Pfingstblume, Brockhauser Straße 126 in Bochum-Stiepel!

Kategorie: News Stichworte: Osterfeuer, Stiepel

Wasserversorgung in Stiepel

6. Januar 2022 von Andreas Kommentar verfassen

Seit jeher gab es in Stiepel die Eigenversorgung mit Brunnenwasser an nahezu jedem Haus, viele Bauernhöfe hatten gleich zwei Brunnen, einen außerhalb und einen innerhalb des Hofgebäudes. Doch auf die Höhe des Grundwasserspiegels angewiesen zu sein, hatte seine Schwächen. So finden wir in der Schulchronik der Schule in Stiepel-Dorf für das Jahr 1905 unter dem Stichwort „Die Wasserversorgung in der Gemeinde“ folgenden Eintrag:

In dem höher gelegenen Teil unserer Gemeinde herrschte bis zum Jahre 1905 in den Sommermonaten regelmäßig ein empfindlicher Wassermangel, der sich besonders im Sommer 1904 zeigte. Von dem in der Nähe der Schule Haar gelegenen Bassin des Bochumer Wasserwerkes konnte nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Gemeinde mit Wasser versorgt werden. Daher hat sich die Gemeinde veranlaßt gesehen, dem Verband der um Bochum liegenden Landgemeinden (Dahlhausen, Linden, Weitmar, Hamme, etc.) zwecks Errichtung eines neuen Wasserwerkes beizutreten. Von zwei bienenkorbähnlichen Behältern des Wasserwerkes (Verbandswasserwerk) die auf dem höchsten Punkt der Gemeinde Stiepel errichtet sind, können alle Teile der Gemeinde mit Wasser versorgt werden.

In der damaligen Stadt Bochum gab es bereits ab 1871 ein Städtisches Wasserwerk, in den um Bochum herum liegenden selbständigen Landgemeinden aber nicht. Daher schlossen sich zehn Gemeinden der damaligen Landkreise Bochum, Gelsenkirchen und Hattingen am 14. Mai 1902 auf Initiative und unter Führung des Landrats Karl Gerstein zum „Verbands-Wasserwerk G.m.b.H.“ zusammen. Neben der eigentlichen Versorgung mit Trinkwasser war die öffentliche Gesundheitsfürsorge im schnell wachsenden Industriegebiet eine wesentliche Motivation für die Gründung des Wasserwerks. Der Sitz der neuen Gesellschaft war zunächst die Gemeinde Hamme, nach mehreren Umzügen dann ab 1925 Weitmar. Die Gewinnung des Trinkwassers erfolgte im Ruhrtal. Durch Druck-Rohrleitungen wurde das Wasser in Hochbehälter befördert, aus denen es in die Versorgungsleitungen der einzelnen Gemeinden verteilt wurde.

Das zu diesem Zeitpunkt bestehende Bochumer Wasserwerk kaufte das Grundstück für sein sogenanntes Hochbassin an der Ecke Kemnader-/Haar-/Kosterstraße im Jahr 1896 dem Landwirt Schulte-Schüren ab. Dieses Hochbassin war eine Art Zwischenstation und diente zum Aufbau des nötigen Drucks auf dem Weg des Wassers von der Ruhr in die damalige Stadt Bochum. Die Gemeinde Stiepel wurde daraus NICHT versorgt.

Der am 14. Mai 1902 geschlossene Gesellschaftsvertrag des neu gegründeten Wasserwerks verrät uns die wesentlichen Fakten:

Gesellschaftsvertrag "Verbands-Wasserwerk" 1902
Gesellschaftsvertrag “Verbands-Wasserwerk” 1902

Die Hochbehälter wurden erreichtet in Weitmar und Harpen als oberirdische Gebäude, in Stiepel als „Erd-Hochbehälter“. Dazu später mehr. Aus den Protokollen der Stiepeler Gemeindevertretung können wir eine kleine Chronologie zusammenstellen:

14. Mai 1902: „… wurde beschlossen: Die Gemeinde Stiepel betheiligt sich an dem neuen Wasserwerk der Consortialgemeinden unter der Bedingung, daß von diesem Wasserwerk die ganze Gemeinde Stiepel mit Wasser versorgt werden kann und die Gemeinde Stiepel das Wasser zu denselben Preisen wie jede andere Gemeinde des Consortiums erhält und das Zuleitungsrohr durch die ganze Gemeinde bis zur Endgrenze von Seiten des Consortiums gelegt wird.“

25. Juli 1902: „Für das dem Verbands-Wasserwerk Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Hamme, aus der Landesbank der Provinz Westfalen bewilligte Darlehn von 2.500.000 Mark … nebst den Zinsen, übernimmt (hierdurch) die Gemeinde Stiepel mit den Gemeinden Dahlhausen, Eickel, Grumme, Günnigfeld, Hofstede, Hordel, Linden und Weitmar selbstschuldnerische Bürgschaft dergestallt, daß jede dieser Gemeinden sich nur für den ihrem jeweiligen … Antheile am Stammkapitale der obigen Gesellschaft von 176000 Mark entsprechenden Theile des Darlehns verbürgt.“

22. Mai 1903: „Der Tagesordnung wurde vom Gemeindevorsteher Pläne und Kostenanschläge zur Verlegung von Wasserleitungsrohren vorgelegt und zwar für die Strecke von der Anschlußstelle zwischen Anstreichermeister Heinrich Hasenkamp und Friedrich Finke nach Zahrbach – Wirt Röder – bis Berginvalide Heinrich Kroniger in Brockhausen ca 1100 m; ferner von Wirt Friedrich Frische ca 900 m in östlicher Richtung über den Bergkamm. Gemeindevertretung beschloß Offerten über Rohrlieferung etc. einzuziehen.“

Wir können zusammenfassen, dass nach Gründung im Jahr 1902 ab 1903 mit dem Bau des Leitungsnetzes begonnen wurde und ab 1905 dann tatsächlich Wasser innerhalb der Gemeinde Stiepel verteilt wurde. Man kann das heute noch an vielen Häusern erkennen: Vor diesem Zeitpunkt errichtete ältere Häuser besitzen einen Brunnen, danach errichtete nicht mehr.

Auf einem Bebauungsplan aus dem Jahr 1967 (Quelle: www.o-sp.de/bochum/plan=44509) sind neben den beiden deutlich erkennbaren neuen Behältern an der Ministerstraße die beiden Erdbehälter unmittelbar darunter noch eingezeichnet (rot eingekreist):

Bebauungsplan Mittelstiepel 1967
Bebauungsplan Mittelstiepel 1967

Auf einem historischen Foto mit Blick vom Henkenberg in Richtung Ministerstraße / Auf der Egge kann man die beiden Erdbehälter erkennen (rot eingekreist):

Stiepeler "Erd-Hochbehälter" vom Henkenberg aus
Stiepeler “Erd-Hochbehälter” vom Henkenberg aus

Und auf einer Nahaufnahme sieht man, was mit „Erdbehälter“ gemeint ist:

Stiepeler "Erd-Hochbehälter" an der Ministerstraße
Stiepeler “Erd-Hochbehälter” an der Ministerstraße

Dadurch, dass das Bochumer Wasserwerk seinen Hochbehälter ebenfalls in Stiepel hatte, kam es zu der aus heutiger Sicht vielleicht seltsamen Konstellation, dass es in Stiepel zwei Wassernetze gab, die miteinander nicht verbunden waren. Dies ergab sich einfach durch die geographischen Gegebenheiten mit dem höchsten Punkt der heutigen Stadt Bochum. Auf einer Übersichtskarte aus dem Jahr 1928 (d.h. 1 Jahr vor der Eingemeindung Stiepels nach Bochum) lassen sich die getrennten Versorgungsnetze und die ineinander verwobenen Versorgungsgebiete der beiden Wasserwerke gut erkennen (Quelle: Landesarchiv NRW, Abt. Westfalen, Karte A-17365 „Wasserversorgung der Stadt Bochum und der umliegenden Gemeinden 1928“). Das Versorgungsgebiet des Bochumer Wasserwerks ist in rot, das des Verbands-Wasserwerks in gelb dargestellt:

Karte des Landesarchiv NRW: Wasserversorgung in Bochum
Karte des Landesarchiv NRW: Wasserversorgung in Bochum

Auf der Vergrößerung des Stiepeler Gebietes sind die beiden parallel verlegten Netze gut zu erkennen: das Leitungsnetz des Bochumer Wasserwerks ist in blau, das des Verband-Wasserwerks in rot dargestellt. Ebenfalls eingezeichnet sind die jeweiligen Hochbehälter:

Wassernetze in Stiepel (Ausschnitt)
Wassernetze in Stiepel (Ausschnitt)

Nach den Eingemeindungen des Jahres 1929 blieben die beiden Versorgungsnetze zunächst bestehen. Durch die aus dem Besitz der Gemeinden übertragenen Gesellschaftsanteile des Verband-Wasserwerks besaß die Stadt Bochum 68,25 % des Gesellschaftskapitals. Um das unwirtschaftliche Nebeneinander der beiden Wassernetze zu beenden, machte die Stadt Bochum ihren Einfluss geltend und sorgte für die Herstellung einer Verbindung beider Rohrnetze. Zu einer vollständigen Verschmelzung mit dem Wasserwerk der Stadt Bochum kam es aber zunächst nicht, da nach den Eingemeindungen weiterhin die damaligen Städte Wanne-Eickel und Wattenscheid beteiligt waren. Die beiden neuen Wasserbehälter an der höchsten Stelle Bochums an der Ministerstraße wurden in den Jahren 1961/1962 errichtet.

Kategorie: Was es sonst noch gibt Stichworte: Hochbehälter, Stiepel, Wasserversorgung, Wasserwerk

Jahresprogramm 2022

17. Dezember 2021 von Andreas Kommentar verfassen

Die Termine des Jahresprogramms 2022 sind jetzt auf der Homepage veröffentlicht, über diesen Link gelangt ihr direkt dorthin. Leider müssen wir den üblicherweise im Januar stattfindenden Neujahrsempfang ausfallen lassen, ansonsten haben wir das Jahr 2022 schon weiter geplant in der Hoffnung auf ein annähernd normales Vereinsleben. Die Vorträge im “Pfingstblümchen” sind inhaltlich vorbereitet, konkrete Termine legen wir aber erst fest, wenn die Corona-Lage dies tatsächlich zulässt.

Kategorie: News

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